Fundstücke

Gesehen, genossen, getroffen, gelesen, gehört, gegessen ...

 

Ausspannen? Kann, mag und muss ich regelmäßig. Im Normalfall aber sind meine Antennen auf Empfang - berufsbedingt als Journalistin mit einem Spektrum von Familienthemen bis Hochkultur, privat als neugieriger Typ mit dem Credo: "Das Leben ist wie ein Buch, und wer nicht reist (oder unterwegs ist), liest nur ein wenig davon".

Ursprünglich angelegt wurde er ab 1613 für den bayerischen Hochadel, der hier unter seinesgleichen lustwandelte. Mittlerweile ist der Hofgarten zum Glück Münchner Allgemeingut. Auf den breiten Sandwegen treffen sich Boulespieler und verbreiten mit dem Klick-Klack ihrer Kugeln französisches Flair. Tiefenentspannt sitzt (am bequemsten auf den Sofas), spricht und sinniert man daneben im Biergarten des Tambosi, das nach Besitzerwechsel zur In-Adresse avanciert. Sich zeigen und umschauen wird bei einem Cocktail, zwei oder drei auf der Terrasse des Schumann's groß geschrieben. Ab 20 Uhr dient der Fliesenboden des Dianatempels in der Mitte der barocken Gartenanlage besonderen Zwecken: Unter seiner hohen Kuppel trifft sich an Sommerabenden mit mindestens 20 °C die Salsa-, Tango- und Swingszene. Getränke gibt's bei den halblegalen Veranstaltungen keine zu kaufen und die Musik des selbsternannten DJs könnte lauter sein. Doch alle Nachteile der Location macht das Ambiente von annodazumal wett, dass Tanzpaare beflügelt und die Handykameras staunender Touristen heißlaufen lässt. Let's dance.

Hofgarten, Hofgartenstrasse 1, 80539 München, www.schloesser.bayern.de/deutsch/garten/objekte/mu_hofg.htm